Moguntia Ranch mit X100S


Streetfotografie mit der Fujifilm X100S

 

Fujifilm X100S

 

Jetzt doch digital?

Zumindest wollte ich die Kamera ausprobieren, da sie die Nachfolgerin für meine Arbeitskamera Canon G12 ist, welche ja ein Problem mit dem Objektivverschluss hat. Und da ich eingeladen war auf einer kleinen Session mit einer Liveband, konnte ich die Kamera gleich einmal ausgiebig auch für diesen Bereich testen. Die Leica MP war trotzdem mit von der Partie, so dass ich auch gleich den direkten Vergleich zu meiner gewohnten Kamera hatte.

 

ok, erst einmal ruhige Motive, die auch nicht weglaufen (man braucht nur Gras – das grüne)

 

Handling

Vom Formfaktor her ist die Fuji X100S ja sehr nahe an der alten Sucherkameraphilosophie. Das kam mir entgegen und die Festbrennweite machte die Sache auch etwas einfacher, denn das zusätzliche Zoomen hätte mich nur abgelenkt. Da auf der Kamera ein 35mm-KB-Aquivalent steckt, musste ich dann auch richtig hinein ins Geschehen. Da die Kamera hochwertig verarbeitet ist, passt schon mal das Gefühl, etwas Ordentliches in der Hand zu haben. Das Gewicht passt auch genau zu der Kameragröße. Der Platz für den Daumen der rechten Hand könnte größer sein, denn im Eifer des Gefechts kommt man doch an die Knöpfe der Wippe. Diese kann man ja sperren – was sehr gut ist – leider nicht den mittleren Knopf, der auch am weitesten heraussteht.

 

 

Wenn es dunkel ist, muss man sich blind auf die Kamera verlassen können, was einigermaßen geht. Zwei große Schwachpunkte sind aber vorhanden. Zum einen ist der Einschalter viel zu leichtgängig und beim hantieren mit der Kamera habe ich ihn sehr oft entweder ein oder ausgeschaltet – ungewollt versteht sich. Das hat mich etwas geärgert und gleich neben dem Auslöser ist der FN-Knopf, den man sinnvoll mit einer Funktion belegen kann, der aber auch sehr schnell ungewollt gedrückt wird und dann schaltet sich bei mir z.B. der Graufilter ein, was bei Aufnahmen im Dustern völlig kontraproduktiv ist, weil schwarze Bilder das Ergebnis sind.

 

 

Das größte Manko ist jedoch der Autofokus. Rund die Hälfte aller Bilder waren Ausschuss, vor allem, wenn es schnell gehen muss. Entweder ist er zu langsam oder er fokussiert irgend was anderes Tolles scharf. Ich bin es gewohnt, die Schärfenebene entweder vorher festzulegen oder eben manuell zu fokussieren. Leider geht das mit dem Fokussierring nur sehr schlecht, weil er dafür einfach zu schmal ist. Die manuelle Fokussierhilfe ist aber ganz ok und funktioniert auch beim elektronischen Sucher. Leider ruckelt der halt auch und reagiert verzögert. Die Meterzahlen stehen halt auch nicht auf dem Objektiv, so dass das einfache Festlegen der Entfernung mit einem Blick nicht machbar ist – dazu müsste man erst das Augen an den Sucher bemühen und die kleine Skala am unteren Bildrand beobachten – viel zu kompliziert und langwierig.

 

 

Die oberen Drehknöpfe sind super und selbst die Blendenverstellung am Objektiv bekommt man hin. Sie ist aber leider auch wieder zu schmal und ziemlich dicht am Gehäuse. Ein rein manuelles Arbeiten ist mit der Kamera eher nicht machbar.

 

Bildqualität

Bei der Bildqualität ist jedoch alles im grünen Bereich und auch die Speicherung erfolgt zügig. Die verschiedenen Kombinationen der Bildqualitäten helfen enorm beim kurzen Check des Bildes – bei mir dann in schwarz/weiß.

 

 

Fazit

Nach dem ersten Einsatz bin ich hin- und hergerissen. Technisch gesehen hat die Kamera jede Menge Qualitäten und die Funktionalitäten sind durchdacht und für meine Zwecke sehr gut geeignet. leider ist das Handling für mich nicht erste sahne, so dass ich überlege, ob nicht eine Leica M8 die bessere Wahl wäre. Die ist dann aber auch teurer.

 

 


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